Für viele Menschen ist die BRAVO absoluter KULT. Nicht unbedingt im aktuellen Lebensabschnitt, aber in der vergangenen Jugend.
Starschnitt in Lebensgröße. Dr. Sommer beantwortete alle wichtigen Fragen, vor allen die, über die man mit Eltern und andere Erwachsene nicht sprechen konnte.
Man bekam Poster, News, Aufkleber und war stets “up2date”.
Während die BRAVO in den 80ern und frühen 90ern noch regelmäßig über eine Million Leser hatte, waren es im 4. Quartal von 2011 gerade einmal um die 370.000 Leser.
Der Chefredakteur musste daraufhin seinen Hut nehmen, sein Nachfolger soll es nun richten. Experten sind sich sicher, dass dieses Vorhaben nicht gelingen wird und die BRAVO sich bald auf rund 250.000 Leser einstellen muss.
Aber warum verliert die BRAVO ihre Leser?
Zum einen haben die Jugendlichen das Internet zur Verfügung. Wenn Rihanna auf Twitter von einen Pickel am Po schreiben würde, wüssten es 2 Minuten später Millionen von Jugendliche weltweit. Kein Teenie braucht dafür ein Jugendmagazin, welches diese Story 1-2 Wochen später mit bunten Schlagzeilen aufpeppt und Geld dafür kassiert.
Genauso verhält es sich mit vielen anderen Top-Stars, die über Facebook und andere soziale Netzwerke ihre Fans direkt informieren.
Und bei den Stars die dort nicht so aktiv sind, kommen hunderte von News-Seiten, Portalen, Blogger und andere Fans den Print-Medien zuvor.
Natürlich könnte die BRAVO auf journalistische Qualität Wert legen und den Jugendlichen somit zwar nicht die Aktualität des Internets bieten, aber viel tiefgründiger in die Themen eindringen.
Wer die BRAVO in der jüngeren Vergangenheit aber einmal gelesen hat, der wird erkannt haben, dass die Jugendzeitschrift qualitativ gesehen die Jugend nur auf den Konsum der BILD-Zeitung vorbereitet.
Ein klassisches Beispiel aus einer vergangenen Ausgabe. Ein Bild von Justin Bieber mit der Bildunterschrift “Justin Bieber fährt mit einen Ferrari durch…”. Wenn der italienische Edelsportwagen-Hersteller neuerdings tatsächlich graue Plastik-Armaturen verwendet und das Lenkrad wie bei einen Lieferwagen einbaut, werden die bald genau die gleichen Existenzängste haben, wie die BRAVO.
Dieses Auto war alles, ein KIA, Honda,…was auch immer – aber garantiert kein Ferrari!
Natürlich nur ein kleines Beispiel dafür, wie man bei der Gestaltung des wöchentlichen Magazins schlampt.
Veraltete News. Oberflächliche Berichte. Keine exklusiven und hochwertigen Inhalte. BRAVO gibt der Jugend keinen Grund mehr, sie kaufen zu müssen. Sollte man das Ruder noch herumreißen, wird es langfristig wohl das Ende eines Kultes sein.