Ein Kommentar

#Newtopia Meinung: Warum eigentlich autark?

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Newtopia wurde den Zuschauern mit den Schlagworten “neue Gesellschaft” und “keine Regeln” verkauft. Zumindest im Vorfeld hatte man die Hoffnung, dass es tatsächlich spannende, gesellschaftliche Experimente beinhalten könnte. Nach einiger Zeit wurde aber sehr schnell klar, dass es seitens der Produktion nur eine Fortsetzung von Big Brother sein würde.
Das ändert nichts daran, dass die Idee eigentlich eine gute Sache ist und nur die Umsetzung, wie schon so oft beschrieben, nicht so einwandfrei ist.
Was aber besonders auffällt, ist die festgefahrene Meinung vieler Zuschauer, die durch die Besucher in Newtopia hereingetragen wird und selbst Pioniere, die zuvor anderer Meinung waren, unter Zugzwang setzt: “Ihr müsst autark leben!”.

Wie kommt man darauf? Es stand nie zur Debatte, dass Newtopia ein selbstversorgender Bio-Bauernhof werden muss. Die neue Gesellschaft sollte, so hieß es von Anfang an, durch Handel mit der Außenwelt den Kontakt pflegen. Eine unabhängige, autarke Gesellschaft, war also nie geplant.

In der aktuellen Situation sieht es so aus, dass die Pioniere unter den Erwartungen dieser Forderungen fast zerbrechen. Über 1000 Euro wurden in den Garten investiert, der aber nur wenig Ertrag bringt. Ein Teil der Ernte wurde schon im Vorfeld vom Feldhasen abgeknabbert, einen weiteren Teil haben die Pioniere an Blattläuse und weiteres Ungeziefer verloren. Unter den wachsamen Augen der kritischen Zuschauer ist es nicht möglich, die Chemiekeule auszupacken. Und “Muttis Hausmittelchen” reichen offenbar nicht aus. Hinzu kommen Hindernisse wie Ameisenhaufen, die nach der Ansage durch die Produktion nicht entfernt oder bekämpft werden dürfen.
Keine Frage, die Kühe, insbesondere das Kalb Bonnie, gehören zu den Attraktionen für Besucher von Newtopia. Auch wenn sie wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn ergeben, sollten sie eben als solch ein Zuschauermagnet erhalten bleiben.

Die Pioniere hätten, anstelle von Spinat und Kartoffeln anzupflanzen, auch die Zeit nutzen können, um beispielsweise eine erfolgreiche App zu entwickeln. Dann hätten wir unter Umständen heute keine Event-Agentur mit angeschlossenen Bio-Bauernhof, sondern Büroräume und Derk wäre ein “Mini-Zuckerberg”.
Unter Umständen hätten sie ein Sportgerät mit integrierten MP3-Player erfunden. Oder Erotik-Spielzeuge vertrieben. Vielleicht hätten die Pioniere sich auch mit der Reparatur von Elektrogeräten, der Produktion von Bettdecken oder dem zusammenkleben von Plastiktüten selbstständig gemacht. Newtopia würde anders aussehen und wäre weit entfernt von der Autarkie, aber trotzdem noch völlig im Rahmen der ursprünglichen Ausrichtung.

Das die Pioniere in Newtopia autark leben sollen, ist ein gemischtes Produkt aus Absichten vereinzelter Pioniere und den phantastischen Vorstellungen der Zuschauer. Eigentlich bremst es das komplette Projekt, dass diese Erwartungshaltung herrscht und immer wieder die Pioniere in Newtopia erreicht.

Bild: 9:35

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Ein Kommentar zu “#Newtopia Meinung: Warum eigentlich autark?

  1. „Autark“ KANN auch bedeuten, geistig autark zu sein, im Sinne von „auf niemanden Weisung angewiesen“ zu sein, DAVON sind die Pios selbstverständlich meilenweit entfernt, denn Anweisungen jeglicher Art erhalten sie von Talpa permanent. „Eigenverantwortlich und selbstbestimmt“ sind sie ebenfalls nicht wirklich. Dass man aber tatsächlich erwartet, sie würden zu kompletten Selbstversorgern mutieren ist eine groteske Erwartungshaltung.

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