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#Newtopia: Gärtner Leo rechnet mit Nils ab

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Als das Ende von Newtopia feststand und die Pioniere mit den Familien und Freunden telefonieren durften, bekam Nils zum ersten mal offen von seiner Mutter mitgeteilt, wie die Öffentlichkeit ihn sieht. Nachdem sie ihn verriet, er wäre der unbeliebteste Pionier des ganzen Formates, hielt es ihn nicht mehr bis zum Ende. Nils verließ das Projekt etwa 1.5 Tage vor dem großen Finale.

Gestern Abend, als Newtopia Geschichte war, ließ es sich Gärtner Leo nicht nehmen, mit Nils öffentlich abzurechnen!
Auf seiner Facebook Seite schrieb er einen langen Kommentar und nahm kein Blatt vor dem Mund. Anstelle seines obligatorischen Abschlusssatzes “Es grüßt immer freundlich,Gärtner Leo.” relativierte er seinen Gruß für Nils: “…nicht immer freundlich…”.

Erst einmal ist es eine ziemliche Überraschung, dass ein externer Experte des Formates öffentlich einen Newtopia-Teilnehmer auf diese Weise kritisiert. Trotzdem bemühen wir uns um Sachlichkeit und versuchen die Vorwürfe von Leo und den vielen Zuschauern nüchtern zu analysieren.

Natürlich waren weder Nils, noch Martin, Schuld am Untergang von Newtopia. Die Gründe sind komplexer und fangen ganz oben bei SAT1 an. Vom “größten TV-Experiment aller Zeiten” zu sprechen, eine Soap liefern zu wollen, obwohl die Zuschauer offensichtlich ein echtes Abenteuer erwarteten, überzogene Erwartungen an die Einschaltquote zu haben und das dann auch noch öffentlich kommunizieren: wir bleiben dabei, dass SAT1 die Produktion, das Format Newtopia und die Pioniere auf ein Himmelfahrtskommando geschickt hat. Genauso wenig, wie man eine Gesellschaftsform neu erfinden kann, konnte Newtopia dieser Erwartungshaltung gerecht werden.

Hinzu kamen Fehlentscheidungen und schlechtes Krisenmanagement, der ausbleibende Erfolg schien irgendwann die Fronten zwischen Produktion und Sender verhärtet zu haben, wie man das als Außenstehender so beurteilen kann.
Einem, oder auch zwei Pionieren, dafür die Schuld zu geben, ist – Entschuldigung an dieser Stelle – völliger Blödsinn. Für viele Zuschauer ist es zwar so einfacher, aber dadurch wird es nicht wahrer.

In Newtopia sollen 15 Menschen zusammen leben und sich etwas aufbauen, damit sie überleben können. Punkt.
Idealerweise wäre der Aufbau und die zwischenmenschliche Interaktion so interessant, dass möglichst viele Menschen diese Vorgänge live oder am TV verfolgen wollen. Fertig ist die TV-Serie.

Womit Gärtner Leo aber Recht hat, ist das Verhalten von Nils in Newtopia. Es ist völlig legitim, sich als kreativer Ideengeber einzubringen. Ideen zu entwickeln, auf den Weg zu bringen und sie von der Gruppe übernehmen zu lassen um die nächste Idee in Angriff zu nehmen. Nur muss man sich auch als solches vorstellen, die Absichten der Gruppe erklären und deren Einverständnis einholen.
Nils hingegen drängte sich der Gruppe aber häufig auf, übernahm alles und brachte selten etwas zu Ende. Während er sich völlig überschätzte, zogen die anderen aus falscher Rücksichtnahme zurück. Wohlwissend, dass Nils nicht kritikfähig ist und zu Reaktionen neigt, die ihn schnell die Bezeichnung “Drama-Queen” einbrachte, ließ man ihn des lieben Frieden willens gewähren.
Das ist bedauerlich, denn im Prinzip ist Nils der Einzige, der sich im Wege stand. Und trotzdem polarisierte er damit, was ihm zu einem guten Kandidaten machte. Noch besser wäre es gewesen, hätte ihn ein gleichwertiger Gegenspieler gegenüber gestanden, der seine positiven Fähigkeiten, über die er zweifelsohne verfügt, herauskitzelt und gleichzeitig seine Grenzen aufzeigt.

Man darf nicht vergessen, wie jung Nils noch ist. Mit 25 Jahren dachten wohl viele von uns, man hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Gut, Nils dachte, er hätte sie nicht nur gefressen, sondern direkt intravenös und als Konzentrat verabreicht bekommen. Aber wir hatten alle etwas, was Nils in Newtopia fehlte: jemand, der uns die Grenzen aufzeigt.

Den vorzeitigen Auszug kann man als Zuschauer nicht wirklich bewerten, weil man die Reaktionen auf die Aussagen seiner Mutter nicht live miterleben konnte. War es die verletzte Eitelkeit? Oder vielleicht auch die Angst vor dem, was ihn draußen erwartet? Es hinterlässt einen faden Beigeschmack, ja. Aber an diesem Fall erkennt man gut, wie wichtig es ist, das Geschehen live und ungeschnitten verfolgen zu können, um sich wirklich ein Bild zu machen.

Leider wird es Nils menschlich nicht weiterbringen, wenn er die unsachlichen, teils blödsinnigen und häufig beleidigenden Kommentare in den sozialen Netzwerken, respektive auf Facebook, lesen wird. Solche Kommentare liest man vielleicht mal, aber von solchen Menschen will man nicht wirklich etwas annehmen.
Nun, Newtopia ist vorbei. Ob, wie und wohin sich Nils weiterentwickelt, was er daraus lernt und wie er es verarbeitet, ist grundsätzlich seine Privatangelegenheit. Wir können ihm nur mit auf dem Weg geben, dass sein Verhalten in Newtopia Parallelen zu seinen Ideen hatte: nicht ganz ausgereift.
So viel Anteil am Ende von Newtopia hatte er dann aber auch wieder nicht, wie man es gern aus einer emotional aufgewühlten Situation heraus glauben könnte.

Alles Gute, auch beruflich!

Bild: Screenshot Facebook.com

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11 Kommentare zu “#Newtopia: Gärtner Leo rechnet mit Nils ab

  1. leider hast du den Aspekt des früheren Auszugs und damit die Entscheidung von Nils, nicht zugunsten des guten Zwecks länger zu bleiben, total außer Acht gelassen. Wenn man die weiteren Kommentar von Leo liest, wird klar, dass es ihm auch sehr darum ging.

  2. Das ist gelinde gesagt (und ganz ohne Entschuldigung, denn ich meine das so) Unsinn.

    Zwar sind die beiden Protagonisten nicht alleine schuld, aber in erster Linie haben die Teilnehmer (großkotzig Pioniere genannt) die Hauptschuld am Scheitern des Unformats, und nicht, wie ständig versucht wird zu relativieren, Sender und Produktionsfirma.

    Hätten die Teilnehmer das Prinzip der Sendung überhaupt verstanden, und wenn auch nur teilweise umgesetzt, liefe Newtopia noch immer und vielleicht sogar mit Erfolg.

    Aber von den insgesamt 36 Teilnehmern hatten nicht mehr als 5, ganz großzügig gerechnet 8-10 überhaupt das Zeug, die Erwartungen zu erfüllen.

    Mit 8-10 Leuten kann aber ein solch anspruchsvolles Vorhaben, wie der Bau einer neuen Gesellschaft, nicht gelingen (15 ist da schon die Untergrenze), zumal die ja nicht einmal gleichzeitig als aktuelle Bewohner anwesend waren, sondern zeitversetzt.

    Es waren nie mehr als 2-3 Menschen zusammen in der Staffel, denen ich einen Erfolg zugetraut hätte.
    Was sollen 2-3 Leute gegen die restlichen 13 Mitesser überhaupt durchsetzen, zumal ja über alles demokratisch abgestimmt wurde?

    Richtig: absolut nichts.

    Und nur deshalb ist Newtopia gescheitert, und nicht, weil sich Sender und Produktion nicht genug eingemischt hätten, denn das hätten sie bei dem Saustall permanent tun müssen, und das war ja aus Prinzip nicht erlaubt.
    Dass die vergleichsweise wenigen Korrekturen auch nicht erfolgreich waren, liegt wiederum an den abgrundtief ungeeigneten Bewohnern.
    Da kann man einfach nichts machen, es gibt nun mal zu viele Menschen, bei denen Hopfen und Malz verloren ist, in Newtopia genauso wie im echten Leben.

    • Und wer hat diese Teilnehmer ausgesucht? Die Produktion.
      Wer hat die Maßstäbe gesetzt, nach denen sie ausgesucht wurden? Der Sender.

      • das ist mir zu billig. Natürlich wurden die Teilnehmer von der Produktion gecastet, aber vielleicht war nichts „besseres“ da, schließlich haben sich die ja alle gemeldet, um das gesetzte Ziel zu erreichen.

        Die Teilnehmer hatten es jedenfalls in der Hand (so sie überhaupt gewollt hätten) Zeichen zu setzen und die richtigen Weichen zu stellen.

        Leider haben es sich die vermutlich im realen Leben geharzten Teilnehmer mit Raffinesse und minimaler Eigenleistung nur einfacher besser gehen lassen, als sie es im normalen Alltag vermutlich haben.
        Das ist menschlich nachvollziehbar, machte diese Kandidaten aber zu Totengräbern des „Formats“. Leider war diese Gruppe mit über 70% der Teilnehmer vertreten.

        Man macht es sich zu leicht mit der Behauptung, dann habe man eben schlecht gecastet, aber wer kann cleveren Maulhelden schon in den Kopf schauen, ich nicht, Du nicht und Talpa auch nicht.

  3. Der Mörder war immer der Gärtner. …lol alles gute niels. .privat uns auch beruflich. ..lol Hi hi

  4. Naja, ist wohl stark mit der Rosa Brille betrachtet, wenn man mal anschaut, wer eigentlich die Protagonisten sind, das ist nämlich nicht SAT1 oder die Produktion, sondern es sind die Selbstdarsteller, die das sehr wohl in der Hand hatten

    Und dass sowohl Martin mit seiner „Managerhaltung“ (Oberaufseher ohne wirklich was zu tun) und kein Plan in Buchhaltung sowie ein verzogener spät-pubertärer Jüngling mit Hang zum Größenwahn maßgeblich daran Mitschuld haben, dass das Ganze entgleist ist, ist für mich mehr als offensichtlich, unabhängig davon, dass auch SAT1 / Talpa viele Fehler gemacht. Das Nils die Gruppe mit seiner Heimichtuerei , Grüppenbildung

    Der Hang zur Selbsherrlichkeit und Überheblichkeit, in dem jegliche Art von Kritik als unangebracht und der Kritiker als Idiot tituliert wurde, haben sicherlich ebenfalls nicht dazu beigetragen, vor der Wand die Kurve zu kriegen. Selbstreflektion: Note 6

    Und dass das unmittelbare Auswirkungen auf die Zuschauer hat, liegt ebenfalls auf der Hand, ebenso der Versuch die Zuschauer in Form einer Deppenspende über den Tisch zu ziehen. Hat sicherlich einen Grund, dass diese unsagbare Crowdfuding Idee nicht im entferntesten über den Status eines ersten geistigen Ergusses hinausgekommen ist, da jegliche Ampeln diesbezüglich auf Rot standen.

    Mit seinem vorzeitigen Auszug hat das bockige kleine Kind einfach nur wieder erneut unter Beweis gestellt, das er ein Egomane ist, alles nur beginnt und nichts, aber auch gar nichts, zu Ende bringt. Da brauche ich auch keine Reaktion auf Mutti’s Anruf im Live-Stream, wie sagen es seine Lemminge: „Nils entscheidet selbst wann er geht“.
    Genau das hat er getan, er ist geflüchtet, da ihm die Abwicklung des ganzen am A*** vorbeigegangen ist und der Egoismus erneut gesiegt hat.

  5. Das sollte natürlich heißen: „Das Nils die Gruppe mit seiner Heimlichtuerei , Grüppchenbildung und Dumm-Halte-Strategie unterwandert hat, um sich als Big Boss in Szene zu setzen, ist ja auch all zu offensichtlich.“

  6. Mich hat Nils auch sehr genervt. Aber seinen vorzeitigen Auszug kann ich verstehen. Ich denke er wollte sich einfach nicht länger als unbedingt nötig weiter in der „öffentlichen“ Kritik stehen. Menschen zu begegnen, von denen man jetzt weiß, dass sie einen gar nicht so toll finden, wie er sich selbst, sondern eher das Gegenteil, das erfordert eine Menge Mut und Kritikfähigkeit. Und die hatte Drama-Nils noch nie.

  7. Endlich mal eine sachliche Kritik an Nils, die ich voll und ganz unterschreiben kann. Man sollte wirklich bedenken, dass da drin jeder seine Fehler hat, und jeder ab und an ins Fettnäpfchen getreten ist. Nils ist noch jung und kann sich verändern. Die Ideen die er hatte waren gut, aber er hätte dabei bleiben sollen. Die anderen sind auch Schuld weil sie nie etwas dagegen gesagt haben.

  8. Auch wenn Nils nicht mein Favorit war, kann man ihn nicht an allem die Schuld geben, sie haben doch alle mitgemacht.
    Sie wurden alle durch Talpa zu Marionetten, manipuliert, und keiner wagte den Mund aufzumachen. Nils war natürlich sehr extrem, die anderen haben gesoffen und er hatte seine Visionen. Die Bewohner werden jetzt hingestellt als wenn sie die leidtragenden sind, dabei sind wir Zuschauer und User nur veräppelt worden, und das finde ich viel schlimmer.

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