Ein Kommentar

#BBsixx: Ey, Alter… voll der Erfolg und so?

Asa  Big Brother Sixx

Nach vier Jahren hat Big Brother auf Sixx wieder eine Heimat gefunden. Also das normale Big Brother. Oder besser gesagt das, was man mittlerweile unter normales Big Brother versteht. Das Motto „Back to the Roots“ muss wohl jemand beschlossen haben, der die Bedeutung noch im aktuellen Vokabelheft nachschlagen konnte.

Die Bewohner sind ein Einheitsbrei aus Fitness-Fans und mediengeilen TV-Hoppern. Voll bekritzelt mit Tattoos, vollgepumpt mit Silikon und Botox, oberflächlich und mit dem unbedingten Willen, den eigenen Marktwert zu steigern.
Da verwundert es natürlich nicht, dass die „Quoten-Dicke“ eine gefühlte Ewigkeit vor den durchtrainierten Mitbewohnern stand und niemand sie als Team-Mitglied haben wollte. Erinnerungen wurden wach. An den Sport-Unterricht und den traurigen Gesichtern der unsportlichen, vollschlanken Mitschülern, die bei der Teamwahl grundsätzlich als letztes auf dem Boden saßen und vor Augen geführt bekamen, dass niemand sie haben wollte.
Big Brother schritt ein und drehte den Spieß um: Asa, so ihr Name, musste nun selbst entscheiden, mit welchem Bewohner sie ein Team bilden wollte. Das war kein Mitleid, denn sich selbst jemanden aufzwingen ist nicht weniger angenehm, es war einfach der Eile geschuldet. Im TV muss man funktionieren. Rücksicht auf die Gefühle der „Quoten-Dicke“ in der Welt der selbstgefälligen Fitness-Freaks haben da keinen Platz.

Vollständige Sätze haben auch nur wenig Platz im Haus. Zwischen „Ey, Alter….“ und „verstehste, und so, ne?“ hört man künstliches Lachen, Namen von Designern, Fitness- und Ernährungsgespräche, sowie die Frage der Fragen: „…willst Deine Brüste auch noch machen lassen?“.

Am nächsten Morgen feierte sich der Sender für die Einschaltquote. 770.000 Menschen schauten den Einzug der Generation „Irgendwas-mit-Medien-machen“ auf Sixx. Die 2.9% Marktanteil liegen weit über dem Senderschnitt und werden deswegen als „Mega-Erfolg“ gefeiert.
Obwohl man offiziell bei Sixx nur davon spricht, mit Big Brother den Senderdurchschnitt erreichen zu wollen, liegen die Ambitionen natürlich deutlich höher. Ansonsten würde die teure und aufwändige Produktion keinerlei Sinn machen.
2.9% Marktanteil, da hätten wir deutlich mehr erwartet. Der Start von Big Brother auf Sixx wurde seit Wochen massiv in den Programmen der Sender-Familie, den sozialen Netzwerken und diversen anderen Medien beworben. Diesen Aufwand betrieb RTL2 früher nicht und wurde dafür auch häufig kritisiert. Trotzdem war der bisherige Tiefpunkt (7.9%) für eine Auftaktshow noch in einer ganz anderen Liga, als es nun bei Sixx der Fall war.

Wir vermuten, die Einschaltquote von Big Brother hat zumindest eine gute Chance auf Stabilität. So sehr wir die Zusammensetzung der Bewohner auch kritisieren, die jungen Zuschauer, die auf Formate wie „Berlin – Tag und Nacht“ stehen, werden sich mit ihnen wohl identifizieren können. Einzig die späte Sendezeit der Tageszusammenfassung (22.10 Uhr auf Sixx) könnte ein Problem werden.
Aber was sind schon Einschaltquoten und TV-Formate? Die wirkliche Tragik liegt darin, dass diese Generation uns irgendwann in Altenheimen pflegen soll.

Bild: Sixx/Menne

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Ein Kommentar zu “#BBsixx: Ey, Alter… voll der Erfolg und so?

  1. Habe das gestern genau zwei Minuten gesehen und sofort gemerkt wohin die mit der Sendung wollen. Schade um Big Brother. Ich hatte wirklich die Hoffnung das das was wird.

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