Ein Kommentar

#BBsixx: Ist #BigBrother 2015 wirklich so schlecht?

Hans Christian  Big Brother Sixx

Nur 140.000 Menschen aus der sogenannten Zielgruppe schauten am Freitagabend Big Brother auf Sixx. Während der Fussball-Bundesliga, auf SAT1, Print-Medien, sozialen Netzwerken,…überall konnte man bisher erfahren, dass der Spartensender wieder den großen Bruder auf freiwillige Teilnehmer loslässt. Und trotzdem verschwindet das Ur-Gestein in Sachen Reality-Formate in der Bedeutungslosigkeit. Wie kann das sein?
Als Big Brother noch auf RTL2 zu sehen war, waren die Quoten um ein Vielfaches höher. Der Sender machte kaum Werbung für das Format und wurde seiner Zeit dafür immer wieder kritisiert. Es schaut nur noch der harte Kern der BB-Fangemeinde, lautete das Fazit. Aber wenn das der harte Kern war, wo ist er jetzt?

Ist Big Brother 2015 wirklich so schlecht? Die Aufzeichnung der Einzugs-Liveshow schauten wir uns nur zu Hälfte an. Früher konnte Moderator Jochen Bendel in seiner Nighttalk-Sendung belanglos rumplaudern. Die Zuschauer waren entweder müde, eingeschlafen, oder warteten sowieso nur auf die Liveschalten ins Haus, weil sie keinen eigenen Livestream hatten. Vielleicht findet sich der ehemalige Dschungelcamp-Teilnehmer noch in seine Rolle ein, aber zum Auftakt war es schlichtweg schwere Kost.
Wir wechselten also in die Liveübertragung. Der Casting-Einheitsbrei aus Tinte, Botox und Silikon hockte zusammen und die Gesprächsthemen lesen sich in der Aufzählung vielseitiger, als sie es in Wirklichkeit waren: Facebook, Fitness, Außenwirkung, Ernährung, Medien-Karriere und immer wieder Sätze, die mit „Ich“ anfangen.

Am Samstag wurden wir neugierig. Es musste endlich mal eine Tageszusammenfassung her.
Wir sahen eine Art Streit unter den Bewohnern, eine Aussprache und ein kleines Match mit einer albernen Bestrafung für die Verlierer. Noch vor der ersten Werbepause erwischte uns der Sekundenschlaf, aber glücklicherweise hat man das mit der einheitlichen Lautstärke beim Sendeinhalt und der Werbung im TV nie so richtig umgesetzt. Tiefschlaf verhindert, aufrechte Sitzposition eingenommen und kurz darauf ging es schon weiter. Das Problem: wir wissen schon nicht mehr genau, mit was es weiterging. Es waren Trash-TV-Kandidaten, die irgendwie versucht haben, im TV gut auszusehen. Und kurz darauf war unsere erste Tageszusammenfassung auch schon wieder vorbei. Technisch war sie gut gemacht. Toller Schnitt, hier und da ein bisschen gute Musik. Aber inhaltlich war da gar nichts.
Vor den TV-Geräten in Deutschland sah es ähnlich aus. Rund 100.000 Zuschauer in der Zielgruppe schauten zu. Die Messgeräte erfassen leider nicht, wie viele von ihnen nicht von der Lautstärke der Werbung wach wurden und einfach weiterschliefen.

Momentan haben wir als eine der Hauptfiguren Hans-Christian. Der Österreicher mit dem langen Bart hat ein Buch über „Profiler“ gelesen. Das sind die Menschen an Tatorten, die Dir genau sagen, warum ein Mensch bei einer Straftat wie gehandelt hat. Und wenn sie falsch lagen, können sie es genau begründen, warum es anders war. „Profiler“ sind also quasi die Fussball-Experten der Ermittlungsbehörden.
Aufgrund dieses Buches sieht sich Hans-Christian nun bestens für sein Vorhaben vorbereitet: polarisieren um Sendezeit und Aufmerksamkeit zu bekommen.
Während er im Haus versucht seine Mitbewohner zu provozieren und interessant zu wirken, träumt er schon gemeinsam mit seinem jungen „Sidekick“ Tim davon, wie er nach Big Brother seine Karriere genießen wird. Interviewanfragen wird er nur zustimmen, wenn er auch über seinen Sorgerechtsstreit sprechen und Fragen zuvor genau abstimmen darf. Dann wird er von Wien mit einem Jet nach Deutschland geflogen, übernachtet im Nobel-Hotel, gibt sein Interview und fliegt dann wieder zurück. Hans-Christian freut sich schon darauf, auf Facebook davon zu berichten und tippt in Gedanken schon „jette heute eben nach Berlin, Pressekonferenz“.
Und als Zuschauer sitzt man vor dem Bildschirm, denkt an die Einschaltquote und lacht ihn aus.

Hans-Christian ist aber wohl nicht der einzige Bewohner, der in diese Richtung denkt. Nur spricht er es derzeit wohl als einziger aus. In Gedanken sind sie bereits alle schon Stars. Und während Team Tinte, Silikon und Botox auf dem Sofa abhängt und darauf wartet, dass Big Brother sie mit irgendeiner Aktion unterhält, können wir endlich die anfängliche Frage beantworten:

Ja, Big Brother 2015 ist so schlecht wie die Einschaltquote. Diese Bewohner haben nicht einen Zuschauer mehr verdient, als das Testbild nach Sendeschluss in den 80ern.

Bild: Sixx / Menne

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Ein Kommentar zu “#BBsixx: Ist #BigBrother 2015 wirklich so schlecht?

  1. Leider kein Stream , sondern nur auf SKY.
    Schon schlecht. Wieder keine „natürliche“ Menschen im Bau. Diese Typen wollen wir nicht, dass ist was für RTL2 und seinen Unterschichten.
    Und die fehlende Reklame für die Sendung.

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