Ein Kommentar

Die Prinzen: Eine Nacht in der Oper

Die_Prinzen_Eine_Nacht_in_der_Oper„Die Oper hat uns angesprochen“. Was bei Sebastian Krumbiegel wie ein lapidarer Nebensatz klingt, ist ein Ritterschlag von allerhöchster Stelle. Denn wenn man zum 1000-jährigen Jubiläum seiner Heimatstadt ohne besondere Vorgaben und Auflagen eingeladen wird, sollte man eigentlich mit stolzgeschwellter Brust vor die Kamera treten. Aber die Prinzen sind eben anders. Sie sind bescheiden geblieben, auch wenn sie das erste popkulturelle Phänomen des wiedervereinigten Deutschland sind und ihre Texte im bundesrepublikweiten Deutsch-Unterricht zum Pflichtprogramm gehören. Fast 25 Jahre nach der Gründung gelang ihnen in diesem Jahr ein großartiges Comeback mit „Familienalbum“, dem ersten Studiowerk nach sieben Jahren, das direkt auf Platz 9 der deutschen Charts landete, fast zeitgleich folgten drei ausverkaufte und umjubelte Auftritte in der Leipziger Oper. Dass eine solche Einmaligkeit für die Nachwelt festgehalten werden muss, liegt auf der Hand: Am 16.10.15 erscheint der Mitschnitt „Eine Nacht in der Oper“ auf Doppel-CD, DVD und Blu-Ray.
An diesen drei Abenden (im Heimkino zu bestaunen gibt es den Auftritt vom 4. Juni) ist die Setlist weit mehr als nur ein bloßes Best Of-Programm. Vier brandneue Songs des aktuellen Top 10-Albums „Familienalbum“ kommen zu ersten Live-Ehren, darunter auch die Hitsingle „Er steht im Regen“. Auch die eine oder andere eher unbekannte Perle aus dem Backkatalog erlebt ihre Bühnenpremiere.
Einen richtigen Traum haben sie sich aber mit ihren Special Guests erfüllt: Seit sie Xavier Naidoo und Andreas Bourani bei den Aufzeichnungen zur Vox-Show „Sing meinen Song“ in Südafrika „sehr nah“ (Künzel) kennengelernt haben, gehören beide Sänger mit zu den festen Bestandteilen des Prinzen-Universums. Da liegt es nahe, bei einem solchen einmaligen Ereignis auch die Freunde einzuladen. Und sie sind prompt erschienen. Auch Naidoo ist begeistert: „Wenn man offen ist, das sind die Jungs und das bin ich auch, dann lernt man auch entlang des Weges immer wieder Menschen kennen, die das, was man selber macht, bereichern.“ Spricht´s und singt mit Künzel in diesem Fall „Wer ist der Typ“, zusammen gibt es danach den Naidoo-Song „Wenn du schläfst“.
Auch für den anderen Stargast, Andreas Bourani, liegt der Mehrwert dieser Kollaboration sehr hoch: „Für mich ist das Ganze immer noch surreal. Ich habe die Prinzen früher in den Neunzigern gehört. Jetzt mit ihnen auf der Bühne stehen und mit ihnen performen zu können, ist ein Riesengeschenk für mich“. Das große Finale mit einer gemeinsamen Akustikfassung des Bourani-WM-Klassikers und Echo-prämierten „Auf uns“ gehört zu den magischen Momenten der Leipziger Abende (nicht auf der CD-Fassung erhältlich).
Für Bourani haben die Prinzen mit ihrer Musik sogar „die Brücke zum Pop“ geschlagen, denn statt Klassiker nachzuspielen, haben sie selbst welche geschaffen. „Alles nur geklaut“, „Küssen verboten“, „Mann im Mond“, „Du musst ein Schwein sein“, „Deutschland“ und „Millionär“ sind wie viele andere auch natürlich im Programm von „Eine Nacht in der Oper“.

Text und Bild: MCS

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Ein Kommentar zu “Die Prinzen: Eine Nacht in der Oper

  1. Ich werte es als positive Entwicklung, wenn dieses unsäglich primitive Unterschichtenformat endlich für immer verschwindet.
    Insofern braucht sich kein Teilnehmer darüber einen Kopf zu machen, welche Meinung die schwindenden Befürworter des „Formats“ von ihnen haben.

    Dabei war das Ende ja für Analysten schon seit langem vorhersehbar.
    Nach NewTopia jetzt BB: es gibt doch noch Hoffnung für das deutsche TV.

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