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#ESC2016: Lichtblick Jamie Lee siegt – ARD floppt

Einen ziemlich langatmigen Abend hat uns die ARD mit dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest beschert, der nur durch zwei Punkte erträglich(er) wurde. Zum einem hätten wir da die selbstironische Moderation von Barbara Schöneberger, die eigentlich nicht lustig war, aber ehrlich. Und zum anderem natürlich durch den verdienten Sieg von Jamie Lee.
An die ARD gehen trotzdem 0 Punkte. Und das hat nicht nur mit dem lahmen Teilnehmerfeld zu tun…

Zwischen Luxuslärm und der späteren Siegerin Jamie Lee haben wir vor allem rezeptfreie Schlafmittel und kleine Peinlichkeiten präsentiert bekommen.
Das Kleid von Ella Endlich wurde wahrscheinlich nicht rechtzeitig zum Auftritt aus der Reinigung geholt, oder war es tatsächlich der Versuch, in Omas Unterwäsche unter Muttis Häkeldecke sexy zu wirken? Ralph Siegel hingegen schickte seine 19jährige Kandidatin mit diesem „Leinwand-Kleid“ auf die Bühne, welches schon vor Jahren irgendeine russische (?) Kandidatin beim ESC getragen hatte. Warum das Rad neu erfinden? Vielleicht deswegen, weil man im gefühlt 137. Anlauf auch mal etwas gewinnen will!?

Das volle Einschlafprogramm lieferten die Schwestern von Joco und dem Duo Keoma ab. Wenn man aber selbst beim späteren Finalisten, der „Metal-Band“ von Avantasia, lieber weiter schläft, fragt man sich schon, wie viele Musikrichtungen man gleichzeitig zu einem Einheitsbrei verschmelzen lassen kann.
Keinen bleibenden Eindruck hinterließ bei uns auch Alex Diehl, der die gewichtigere und behaartere Version von Nicole („Ein bisschen Frieden“) zum Besten gab.

Wir lernten an diesem Abend auch, dass die „Mönche“ von Gregorian von Bescheidenheit gar nichts halten. Unverblümt zählten sie jeden noch so halbwegs (un)interessanten Erfolg auf, von der Europa-Tour bis zur Chartplatzierung, um dem Zuschauer klar zu machen, dass nur sie dafür in Frage kommen würden, Deutschland in Stockholm zu vertreten. Gewonnen hätten sie bei uns an diesem Abend nur den Preis für den unsympathischsten Einspieler des Abends.

Bevor wir auf die 0 Punkte für die ARD zu sprechen kommen, möchten wir der Siegerin, Jamie Lee Kriewitz gratulieren. Toller Song, sehr gute Stimme. Dazu eine junge und erfrischende Person, die noch nicht vom Business in ein Korsett gezwungen wurde und sich noch mit einem lieben Lächeln auf einen ganz großen Spaß freut.

Selbst Barbara Schöneberger wurde es gegen Ende des Abends peinlich, noch einen weiteren „Schnelldurchgang“ anzukündigen. Überhaupt wurde die Show mit dem 3er-Finale, indem die Acts noch einmal den gleichen Song sangen, unnötig in die Länge gezogen und die Zuschauer dazu genötigt, noch mehr Geld für das Voting auszugeben. Reichen die „Zwangsgebühren“ nicht aus, um das teure Spektakel zu finanzieren?
Diesen Gedanken musste man auch bezüglich der App vom Eurovision Song Contest haben. Während der Show wurde man immer wieder dazu aufgefordert, diese kostenlos runterzuladen und auf dem Smartphone zu installieren. Später, so hieß es, könne man nämlich per Telefon, SMS und App für den Sieger des Abends abstimmen. Viele Zuschauer, auch wir, gingen davon aus, dass die App-Nutzer wahrscheinlich einmalig und kostenlos für ihren Favoriten abstimmen könnten. Dem war aber nicht so. Stattdessen hätte man über die App eine kostenpflichtige SMS (20 Cent) für den Favoriten verschicken können. Da sitzen echte Gönner in der Chefetage der öffentlich-rechtlichen Sender.

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3 Kommentare zu “#ESC2016: Lichtblick Jamie Lee siegt – ARD floppt

  1. Mir ist es ehrlich gesagt schleierhaft, wie jemand wie Thorsten hier dieses Ergebnis noch schön zu reden versucht, wo es absolut gar nichts schön zu reden gibt: dieses Play-back-Gestampfe hätte auch instrumental die selben Chancen im Mai, denn das Wenige, was da tatsächlich live hinzugefügt wurde, hat doch nur eines bestätigt, dass diese singende Spielzeugfigur eines ganz gewiss nicht kann, nämlich singen.

    Das war schon bei TVOG eine Fehlentscheidung und wird auch durch Wiederholung kein Stück wahrer.
    Wenn es nicht um Show, sondern tatsächlich um Musik ginge, hätte 2015 nämlich klar Ayke Witt gewinnen müssen.
    Aber darum scheint es ja schon lange nicht mehr zu gehen, wie man an Smudo sehr schön sehen kann, der keinen einzigen Ton erträglich gerade heraus bekommt.

    • Ayke Witt ist auf jeden Fall der bessere Musiker. Aber das Jamie-Lee nicht singen kann, ist keine sachliche Feststellung und falsch.
      Übrigens werden nicht alle Artikel von T. geschrieben, nur alle über den einen „Writer-Account“ veröffentlicht. :-)

      MFG,
      C.

      • Naja, die Schwächen im Gesang der Gewinnerin sind sicher nicht nur mir aufgefallen, aber den Fans entgeht ja grundsätzlich alles Negative, so auch der Riesenpatzer in ihrem ersten Auftritt.
        Dabei bestand die Darbietung ja zu >90%aus Playback und das wenige live dargebotene war einfach nur schlecht.
        Die Erkenntnis, dass J-L- nicht singen kann, konnte jeder bei TVOG 2015 ganz leicht gewinnen.
        Aber darum geht es bei dem zu einer Bühnen-Licht- und Effekt-Show verkommenen ESC ja schon lange nicht mehr.

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