Hinterlasse einen Kommentar

Sexistische Werbung: Böse oder böse?

image_thumb.6066Dienstagabend. Nach dem Pokalspiel in der ARD zappen wir durch die TV-Landschaft und bleiben bei Ulrich Meyer und seiner Akte-Sendung auf SAT1 hängen.
Das Thema in diesem Moment: „Sexistische Werbung“!

Die Redaktion lässt einige Passanten zu Wort kommen, die unterschiedliche Meinungen vertreten. Soll sexistische Werbung verboten werden?
Mindestens zwei der Passanten geben zu bedenken, dass man erst einmal abklären müsste, was genau sexistische Werbung ist und wo die Grenzen gezogen werden würden, sofern man sie denn verbieten wolle.
Ein verdammt guter Ansatz, wie wir finden. Und auch Ulrich Meyer griff diesen Ansatz auf. Der Moderator erklärte, das müsse man wohl genauer definieren und forderte die Zuschauer deswegen auf, sie sollten auf die Webseite der Sendung gehen und dort zur Frage „Soll sexistische Werbung verboten werden? Ja oder Nein!“ abstimmen.

Nun, wie man innerhalb von einer Sekunde, quasi im gleichen Satz, von der Ansicht „das müsste man erst einmal definieren, bevor man es verbieten kann“ zu „sagen Sie jetzt schon: ja oder nein?“ kommen kann, ist erstaunlich.

Dieses kleine Erlebnis stützt den Eindruck, dass die meisten Moderatoren sich zwar gern reden hören mögen, sich aber selbst offenbar nicht zuhören.
Das mag sinnbildlich gut in unsere Gesellschaft passen, führt aber zu solch unsinnigen Situationen, in denen man einfach nur noch zur Fernbedienung greift und abschaltet.

Zur sexistischen Werbung haben wir übrigens auch eine Meinung. Und wir können die Frage eigentlich recht schnell mit „Nein“ beantworten.
Laut zahlreichen Studien soll das Motto „Sex sells“ nämlich schon seit längerer Zeit nicht mehr funktionieren. Sollte dem so sein, wird es noch eine Weile dauern, bis es in den Köpfen unserer eingefahrenen „Haben-wir-aber-immer-schon-so-gemacht“-Fachkräfte ankommt. Die sind da ja bekanntlich nicht so schnell, das kennen wir alle vom Berufsalltag. Aber wenn es denn mal ankommt, wird ihnen ein Lichtlein aufgehen und der Kurs wird geändert. Weil ineffektive Werbung eben einfach nur kostet und keinen Nutzen bringt. Am Ende brauchen wir also gar kein Verbot, sondern können uns zurücklehnen und warten, bis der Markt dieses „Problem“, sofern es denn eines ist, reguliert.

So genau konnte man seine Meinung auf der Akte-Webseite nicht kundtun. Aber dafür gab es danach eine Statistin, die Model genannt wurde und in Unterwäsche mehr Schokolade verkaufte, als die unfreundlich schauende und angezogene Statistin.
Vielleicht sollte man auch mal darüber abstimmen, ob „seriöse“ Sendungen auf so sexistische Art und Weise Interesse für einen TV-Beitrag erwecken darf. Ja oder Nein? Was meint Ihr?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s