Ein Kommentar

#YouAreWanted: Nutella, Red Bull und…

…der Segen einer kurzen Staffellänge

yurewnat„You are wanted“ ist die erste deutsche Serie, die der Streaminganbieter Amazon produziert hat. In der Hauptrolle und als Regisseur fungiert Deutschlands „Goldjunge“ des Filmgeschäfts: Matthias Schweighöfer.

Lukas Franke ist erfolgreich, hat eine Frau und einen Sohn. Und plötzlich wird er gehackt. In der heutigen Zeit wird der Begriff ja sogar schon dann genutzt, wenn jemand das Passwort „123456“ bei Facebook errät oder jemand einfach nur das Profilbild und den Namen kopiert.
Nein, Franke bekommt ominöse Botschaften und wird sogar von den deutschen Sicherheitsbehörden für einen Terroristen gehalten. Sein Leben wird auf den Kopf gestellt und ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche nach dem Kopf hinter dieser Verschwörung zu machen.

„You are wanted“ könnte im Prinzip überall auf der Welt spielen. Für diesen Umstand wurde die Serie kritisiert, was wir überhaupt nicht nachvollziehen können. Muss denn auf eine gute Geschichte wirklich ein Klischee-Stempel drauf, damit sie auch die Berechtigung bekommt, in Deutschland zu spielen?
Andere Punkte sind da schon viel auffälliger.
Beispielsweise die stumpfe Produktplatzierung: sei es nun die Brause von Red Bull oder das Nutella-Glas. Ob das nun wirklich als Schleichwerbung anzusehen ist? Red Bull ist der Generation nun einmal genauso häufig vertreten, wie Nutella. Und der Mercedes steht nun einmal auch bei vielen erfolgreichen Deutschen in der Einfahrt.
Wirklich anstrengender sind aber die Dialoge, in denen man wirklich alles Offensichtliche noch einmal vorgekaut bekommt:
„Sind sie Frau Franke?“
„Ja, was ist denn das?“
„Ein Paket.“
Muss man dem deutschen Zuschauer wirklich alles bis ins letzte Detail noch einmal erklären?

Die Geschichte von „You are wanted“ ist nicht neu. Genauso ein alter Hut ist es natürlich, dass die Frau doch irgendwann zweifelt und sich einem anderen Typen um den Hals wirft.
Von technischen Details einmal abgesehen, da erlauben sich andere Produktionen viel phantastischere Unsinnigkeiten, bleibt eigentlich nur noch eine Frage: warum heißt die erste deutsche Eigenproduktion von Amazon eigentlich nicht schlicht „Gesucht“? Ein deutscher Titel wäre hier unserer Meinung nach sinnvoll gewesen.

Die Schweighöfer-Serie kann man sich anschauen. Aber eigentlich auch nur deswegen, weil die erste Staffel nur 6 Folgen lang ist. Würde man die Geschichte auf die sonst üblichen 12-22 Folgen einer Serie ausweiten, wäre es ein echter Grund abzuschalten.
Eine zweite Staffel braucht „You are wanted“ nicht, obwohl das Ende bewusst so gestaltet wurde, weckte es bei uns keine Neugierde auf eine Fortsetzung.

Bild: Amazon

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Ein Kommentar zu “#YouAreWanted: Nutella, Red Bull und…

  1. Zu spät. Amazon hat schon die nächste Staffel bestellt…

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