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The Kelly Family: We got Love – Ab heute erhältlich!

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Die Geschichte der Kelly Family begann vor über 40 Jahren. Als der Familie im Urlaub sämtliches Hab und Gut gestohlen wurde, entschloss man sich spontan Musik auf der Straße zu machen. Es blieb nicht bei der Notlösung, um wieder Geld für eine Heimreise zu bekommen.
Jahrelang spielte die Kelly Family auf der Straße, lehnte augenscheinlich lukrative Plattenverträge ab und blieb der eigenen Linie treu. Mit dem Album „Over the Hump“ stellte sich plötzlich ein riesiger Erfolg ein, der über die, zu diesem Zeitpunkt bereits außergewöhnlich große, Fan-Gemeinde hinaus für Ruhm sorgte.
Die Kelly Family war ein Phänomen. Sie füllten die größten Hallen, Stadien und spielten sogar vor schwerstens tätowierten Bikern und Rockern, die am Ende der Show die Arme in die Luft streckten und im Takt der Kelly-Musik klatschten. Es wurden Rekorde eingestellt, Preise abgesahnt und eine Hysterie entstand, die noch nicht einmal mit den damaligen Boygroups vergleichbar war.
Unmittelbar nach dem Tod des Vaters Dan Kelly folgte der langsame Zerfall der Familie in der außergewöhnlichen Form einer eingeschworenen Lebensgemeinschaft. Heute, viele Jahre, Streitigkeiten und diversen, mehr oder minder erfolgreichen, Solo-Projekten, steht die Kelly Family wieder zusammen im Studio und bald auch wieder auf der Bühne. Zumindest ein Teil der Kelly Family…

Das Comeback der Kelly Family

Die Ankündigung, dass die Kelly Family ein Jubiläums-Konzert in der Dortmunder Westfalenhalle spielen würde, löste einen echten Ansturm auf die Tickets aus. 18 Minuten dauerte es, bis das Konzert bis auf den letzten Platz restlos ausverkauft war.
Genauso verhielt es sich mit dem 1. und 2. Zusatztermin, die jeweils nach einem Ausverkauf angehangen wurden.
Ob die Familie wirklich so kurzentschlossen handelte, oder es sich um eine geschickte Strategie handelte, sei mal dahingestellt. Es folgte aber die Entscheidung, das Jubiläums-Konzert mit einem gemeinsamen Album zu krönen.

The Kelly Family – We got Love

Heute, am 24. März 2017, war es dann soweit. „We got Love“ heißt das neue Studio-Album der leicht geschrumpften Kelly Family. Neben Barbie, die wohl aus gesundheitlichen Gründen nur ein kurzes Gastspiel auf dem Album gibt, entschieden sich Maite und Paddy gegen ein Comeback mit den Geschwistern. Maite, die erfolgreich in der Schlagerszene unterwegs ist und dabei ein wenig an die vollschlankere Version von Helene Fischer erinnert, dürfte kein Interesse daran gehabt haben, diesen Weg wieder zu verlassen.
Paddy, der mittlerweile unter seinem vollen Namen Michael Patrick Kelly auftritt, wird sich durch die Teilnahme an der nächsten „Sing meinen Song“ Staffel auf VOX bessere Chancen für seine Solo-Karriere ausgerechnet haben. Beide Geschwister sind auch auf dem neuen Album nicht zu hören.

„We got Love“ soll laut Plattenfirma die Brücke zwischen den alten Kelly Klassikern und den neuen Songs der Familie sein. Das ist ein Versprechen, dass hohe Erwartungen an das Album stellt. Und wenn man das schon einmal vorweg nehmen darf, dann kann „We got Love“ diese Erwartungen nur zu Teil erfüllen.

Die Kelly Family spielte alte Songs wie „Na na na“, „First Time“ und „I can`t help myself“ neu ein. Von der geballten Gesangskompetenz der Kellys hätte man allerdings mehr erwartet, als die Songs im Prinzip nur noch einmal neu aufzunehmen. Die feinen Veränderungen nimmt man nur wahr, wenn man die alten Stücke bereits früher rauf und runter spielte. An einer Stelle erklingt beispielsweise eine Country-, anstelle einer E-Gitarre. Oder ein „No“ im Text wird im Stile von Elektro-Pop eingesungen.
Selbst beim ultimativen Klassiker „An Angel“ wählte man nicht etwa eine akustische, entschleunigte Version, sondern imitierte den kindlichen Part durch den Einsatz der 12jährigen Emma, der Tochter von Angelo Kelly.

Die Cover-Version von „Stand by me“ sei eine Herzensangelegenheit gewesen, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Anstatt die herzzerreißende Stimme von Jimmy zu nutzen und das Lied zu einem emotionalen Höhepunkt werden zu lassen, entschied man sich aber gemeinsam ein „Feel-Good-Song“ einzuspielen.
Deutlich interessanter klingt da schon Angelos „Keep on singing“. Die legendären letzten Worte der Mutter, die ihre Kinder damit auf dem Sterbebett dazu aufforderte, weiter zu machen, wurden hiermit noch einmal musikalisch umgesetzt.
Neu ist auch das Duett zwischen John und Kathy: „Miracle“. Obwohl man durchaus das Gefühl haben könnte, es würde von Johns gemeinsames Musikprojekt mit seiner Frau Maite Itoiz stammen.
Als Anspieltipp kann man wohl den Song „Brothers and Sisters“ aus der Feder von Patricia Kelly empfehlen. Hier wird in einer kurzen Fassung der Weg der Familie bis zum heute erschienen Album vertont. Ein Song, der es durchaus verdient hätte, als Titelsong zu fungieren. Stattdessen entschied man sich wohl mit einem weiteren Wohlfühlsong von Jimmy nach vorn zu schauen: „We got Love“.

Schlägt das Album wirklich die Brücke zwischen den Kelly-Klassikern und den neuen Songs der Familie? Wenn man so will, dann ja. Aber im Prinzip ist eine Brücke gar nicht notwendig, denn die wenigen neuen Songs klingen ziemlich typisch nach der Kelly Family und reihen sich dort nahtlos ein. „We got Love“ ist somit ein ziemlich stimmiges Werk, wie aus einem Guß und mit dem Stempel der musikalischen Großfamilie versehen.

Also alles in allem nur ein Album für eingefleischte Fans der Kelly Family? Jein!
Natürlich ist „We got Love“ ein Must-Have für alle Fans der Kelly Family, das steht völlig außer Frage. Wer sich in den 90ern aber nicht traute, die Kelly Family gut zu finden, sollte mittlerweile die Reife haben, den Musikern trotz alter Vorurteile das Talent nicht länger absprechen zu wollen. Wer also Buße tun will, findet mit „We got Love“ eine tolle Gelegenheit dazu.
Neue Fans mit diesem Album dazu zu gewinnen, dürfte schwierig werden. Dafür ist der Sound dann doch zu sehr im alten Stil, was den Fans allerdings gefallen wird. Vielleicht wäre dafür das neue Werk als reines Akustik-Album besser geeignet gewesen. Allerdings würde dies wiederum nicht zur anstehenden Tour durch die großen Hallen passen.
Wie man sieht, sind wir auch hin- und hergerissen. Am besten man greift zu unserer Spotify-Playlist und hört einfach einmal unverbindlich rein, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Der eigene Geschmack ist immer noch die beste Kaufempfehlung.

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