Ein Kommentar

Echte Körper: Von den Toten lernen – Umstrittene Ausstellung in Osnabrück

echte körper on tour osnabrück halle gartlage september 2017Wenn man von der Ausstellung toter Körper hört, dann denkt man in erster Linie an „Körperwelten“ von Gunther von Hagen.
Die Verantwortlichen der „Echte Körper“-Ausstellung, die derzeit in Osnabrück Halle Gartlage zu sehen ist, grenzen sich allerdings ganz klar von „Körperwelten“ ab.
Im Gegensatz zu „Körperwelten“ verzichtet man auf die provokante Darstellung der Körper. Man wird keine imprägnierte Leichen sehen, die auf dem Pferd reiten, Schach spielen oder sogar Sex haben.
Vielleicht kann man die Ausstellungen von Gunther von Hagen eher in dem Bereich der Kunst ansiedeln, die immer wieder einmal Grenzen überschreitet und provoziert. „Echte Körper“ hat sich einen ganz anderen Aspekt gewidmet und möchte, dass die Besucher von den Exponaten lernen.

Vom 8. bis zum 17. Sptember können interessierte Besucher die Ausstellung „Echte Körper: von den Toten lernen“ jeweils von 11-18 Uhr in der Halle Gartlage, Osnabrück, besuchen.
Schüler, Auszubildende und Studenten bezahlen hierfür 10 €, Erwachsene 15 € Eintritt.
Obwohl Kinder bis 6 Jahren für nur 4 € ebenfalls Zutritt zur Ausstellung haben, sollten Erziehungsberechtigte hier aber doch abwägen, ob für die Kinder ein Besuch wirklich so sinnvoll ist.
Unter Umständen können Kinder zwar viel besser mit der ganzen Thematik umgehen, weil sie sich der Situation viel unbekümmerter stellen, aber der wissenschaftliche Hintergrund des Lernens ist hier ja noch gar nicht gegeben.

Die Besucher der Ausstellung „Echte Körper“ werden schrittweise von einzelnen Organen und Körperteilen zu vollständigen, menschlichen Körpern geführt. Auf dem Weg findet man neben Erläuterungen auch Lehrtafeln, die noch einmal den wissenschaftlichen Hintergrund der Ausstellung unterstreichen.

Im Vorfeld lasen wir auch von den Gedanken der Kritiker von „Echte Körper“, dass derartige Ausstellungen doch besser dem medizinischen Fachpersonal vorbehalten sein sollten. Das sehen wir allerdings völlig anders: Wissen sollte grundsätzlich für Jedermann zugänglich sein. Und wenn man der Ausstellung bereits zugesteht, Wissen zu vermitteln, dann sollte dies auch keinem elitären Kreis vorbehalten sein.

Häufig wird auch die Herkunft der menschlichen Körper in Frage gestellt. Laut unserer Informationen stammen die Körper allesamt von US-Amerikanern, die zu Lebzeiten im Rahmen eines „Body Donation Program“ entsprechend darüber verfügten. Die Exponate wurden demnach im Rahmen über eine Leihgabe eines US-Unternehmens zusammengestellt.

Wirklich unwürdig ist hingegen nur die Location der Osnabrücker Halle Gartlage, die ihre besten Tage wohl auch schon weit hinter sich gelassen hat.

Aber unabhängig vom Ort der Ausstellung muss man vor einem Besuch alle moralischen und auch religiösen Bedenken ganz persönlich mit sich selbst ausmachen. Vielleicht hilft es aber im Zweifel auch, sich selbst ein Bild davon zu machen und vor Ort zu überprüfen, ob die Bedenken vielleicht doch unberechtigt waren.

Interessierte Besucher werden in Osnabrück auf jeden Fall noch bis zum 18. September die Gelegenheit dazu haben. Zukünftige Termine entnehmen Sie bitte der offiziellen Webseite http://www.echte-koerper-on-tour.de

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Ein Kommentar zu “Echte Körper: Von den Toten lernen – Umstrittene Ausstellung in Osnabrück

  1. „Wirklich unwürdig ist hingegen nur die Location der Osnabrücker Halle Gartlage, die ihre besten Tage wohl auch schon weit hinter sich gelassen hat.“

    Ja, das ist korrekt.

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