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Kommentar: Ist „Das Traumschiff“ noch zeitgemäß?

Kommentar.pngSeit fast 40 Jahren sticht im ZDF „Das Traumschiff“ ins Meer. Unterschiedliche Passagiere, darunter die verschiedensten Prominenten aus der deutschen Unterhaltungsbranche, werden in irgendwelchen Geschichten verwickelt und die Stars der Schiffsbesatzung tun ihr Möglichstes, um ein Happy End herbeizuführen.

Die Reihe „Das Traumschiff“, die es mittlerweile als TV-Highlight am 2. Weihnachtstag und an Neujahr zu sehen gibt, kann man auch als extralangen, kostenintensiven Werbefilm für die Kreuzfahrt-Industrie verstehen: tolle Länder bereisen, spannende Geschichten erleben und außerdem ist der Sascha Hehn (demnächst Florian Silbereisen) doch so ein lieber Kerl.

Während uns das ZDF also auf der einen Seite Urlaube auf einem Kreuzfahrtschiff so richtig schmackhaft macht, zeigen sie selbst – noch in der Mediathek verfügbar – wie umweltschädlich es doch ist.

600 Kreuzfahrtschiffe gibt es in etwa weltweit. Die meisten von ihnen werden mit Schweröl betrieben. Ein Produkt, dass bei der Verarbeitung von Öl übrig bleibt und von den Raffinerien besonders günstig abgegeben wird, weil sie es sonst selbst entsorgen müssten.
Bei der Verbrennung entstehen deutlich mehr Abgase als bei Benzin oder Diesel.

Da die Kreuzfahrtschiffe gern durch Gebiete fahren, deren Natur eigentlich einen besonderen Schutz benötigt, tragen sie diese Abgase also direkt dorthin, wo sie der Erde so richtig weh tun.
Und wenn dann noch Betreiber hinzukommen, die sich die teure Entsorgung der Rückstände, Schweröl hinterlässt einen ordentlichen „Schlamm-Rückstand“, sparen wollen, wird dieser sogenannte „Sludge“ direkt auf hoher See entsorgt.

Zudem rüsten viele Betreiber ihre Schiffe nicht entsprechend auf, so dass sie, wenn sie in einer Stadt im Hafen liegen, die ganze Zeit die Motoren laufen lassen müssen, um das Schiff mit Strom zu versorgen.

„Kreuzfahrten haben einen Anteil von 0,5 Prozent am gesamten weltweiten Schiffsverkehr. Dennoch sollten diese mit gutem Beispiel vorangehen, denn gerade die Kreuzfahrtschiffe ankern inmitten großer Städte und befahren hochsensible Naturräume.“
Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion

Halten wir fest, dass man beim ZDF also weiß, was Kreuzfahrtschiffe auf hoher See so veranstalten. Dem Sender ist es durchaus bewusst.
Und trotzdem wird eine Reihe wie „Das Traumschiff“ weiter produziert, die uns die heile Welt der Kreuzfahrt vorspielt.
Vor diesem Hintergrund ist es auch fragwürdig, dass Prominente wie Roman Weidenfeller oder Joko Winterscheidt sich offenbar nicht zu Schade dafür sind, an diesem Treiben teilzuhaben.
Man kann nicht auf der einen Seite die Proteste im Rahmen von „Fridays For Future“ total hipp und großartig finden, dann aber selbst für „€uronen“ so eine Umweltverschmutzung unterstützen.
Ist „Das Traumschiff“ noch zeitgemäß? Oder sollte man beim ZDF mal langsam umdenken?
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