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Joko & Klaas live: …weil es mir zu gewollt war

Kommentar.pngDie Moderatoren Joko und Klaas haben im Rahmen des neuen Unterhaltungsformates «Joko & Klaas vs ProSieben» 15 Minuten Sendezeit zur freien Nutzung gewonnen.
Ausgestrahlt wurde die Sendung am Dienstagabend, am Folgetag kam es dann zur Umsetzung. ProSieben verschob die US-Serie «Greys Anatomy» um 15 Minuten und die beiden Moderatoren konnten auf Sendung gehen.

Viel wurde erwartet. Viel wurde spekuliert. Was könnten Joko & Klaas mit der Sendezeit anfangen?
Auffällig war im Vorfeld, beispielsweise im ProSieben Podcast «Willkommen im Privatfernsehen», dass man bereits mit der Nase immer wieder auf Grimme Preis und grimmepreisverdächtig gestoßen wurde.

Als Joko & Klaas dann um 20.15 Uhr auf Sendung gingen, kam Licht ins Dunkle. Zuerst ließen sie Pia Klempt, ehemalige Kapitänin eines Rettungsschiffes für Flüchtlinge im Mittelmeer sprechen.
Ganz objektiv betrachtet ein Thema, welches in Deutschland die Menschen ähnlich stark emotionalisiert, wie die Angst vor der drohenden Klimakatastrophe.

Es war klar, dass die Menschen begeistert sein würden. Nun, fast alle Menschen. Denn von Rechtsmitte bis Rechtsaußen kommt bei einem solchen Thema meist immer die gleiche Kritik: „…aber für die Obdachlosen wird nichts getan!“.
Direkt im Anschluss sprach Dieter Puhl, der von seiner Arbeit als Obachlosenhelfer in Berlin berichtete. Die Runde wurde beendet durch die Erzählung von der Schriftstellerin und Aktivistin Birgit Lohmeier, die seit 15 Jahren in einer Nazi-Hochburg lebt und mittlerweile jährlich ein Musik-Festival ausrichtet, um diesen Ort nicht den Rechten zu überlassen.

Die 15 Minuten Sendezeit hätten vom Ablauf nicht besser durchdacht sein können. Man eröffnet mit einem emotionalen Thema, welches die besagten Personengruppen mit dem immer gleichen Vorwurf kritisieren würden. Mit dem Einsatz des Obdachlosenhelfers hat man sie ins offene Messer laufen lassen, denn damit konnten sie nicht rechnen. Und um all diese Menschen bloßzustellen, die sich da gerade in den sozialen Netzwerken outeten, sprach man am Ende noch einmal den Kampf gegen Rechts an und ermunterte dagegen tapfer weiter anzukämpfen.

Die Idee war gut. Die Umsetzung war gut. Aber es war auch fishing for compliments und immer wieder klangen diese Schlagwörter Grimme Preis durch mein Ohr.
Es ist gut, TV-Zuschauer zu überraschen. Wenn der Sender so einen Clip unangekündigt anstelle der Eigenwerbung im GNTM-Finale gezeigt hätte, die Überraschung wäre wohl nicht geringer ausgefallen und sie wären Gesprächsthema Nummer 1 gewesen. Sind sie nun auch. Nur klingen eben diese Schlagwörter Grimme Preis durch mein Ohr.

Ja, mir war es zu gewollt. Als hätten sich die Verantwortlichen vor und hinter den Kulissen hauptsächlich Gedanken darum gemacht, mit was man wohl am ehesten an einen der renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehsendungen in Deutschland gewinnen könnte.
Hätte ich vorher nie davon gehört, wäre ich wohl ähnlich angetan gewesen.

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