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Vorschau „Sing meinen Song“: »Paddy« Kelly über das Comeback der Familie & Selbstmordgedanken

In der vorletzten Ausgabe von „Sing meinen Song“ dreht sich alles um den diesjährigen Gastgeber der Show: Michael Patrick Kelly.

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„Unfassbare Stimme.“, „Die Stimme erkennst Du aus Millionen heraus.“, „Eine Legende.“, „Der wurde doch schon auf der Bühne geboren.“. Die Lobeshymnen seiner Kollegen gleich zu Beginn der Ausgabe nahmen gar kein Ende.
Als Gastgeber des Abends übernahm Johannes Oerding, der sich unter Umständen vielleicht schon als Moderator für das nächste Jahr qualifizieren konnte.

Michael Patrick Kelly zeigte sich gegenüber vielen Themen sehr offen und beantwortete Johannes auch sehr persönliche Fragen.

Über das Comeback der Kelly Family äußerte sich „Paddy“ auch vermeintlich zum ersten Mal öffentlich. Er wollte nicht dabei sein, weil es für ihn musikalisch und menschlich ein Schritt zurück gewesen wäre.
Ob man sich selbst aber tatsächlich so sehr selbst aufgibt, wenn man für ein oder zwei Termine, als Zeichen des guten Willens, bei einem Konzert der Geschwister vorbeischaut und vielleicht für ein Duett in die Gitarrensaiten greift? Am Ende eine persönliche Entscheidung, die man so akzeptieren muss. Es ist ja auch nicht so, als würden die Geschwister dadurch weniger Erfolge feiern.

Jeanette Biedermann entschied sich, wie auch fast ausnahmslos alle anderen Stars an diesem Abend, für einen Song aus der Post-Kelly-Family-Zeit. „ID“ schraubte Jeanette völlig minimalistisch herunter und konnte allein durch Gitarrenbegleitung und ihrer wundervollen Stimme vollends überzeugen.

„ID“ brachte Michael Patrick Kelly auch dazu, sich zum Thema Politik zu äußern. „Es gibt Künstler, die sich klar links oder klar rechts positionieren. Ich es denke, es muss Künstler geben, die sich gar nicht positionieren. Nicht aus Feigheit, sondern weil sie übergeordnet versuchen, alle Unterschiede, die Linken, die Rechten, aus der Mitte, zu vereinen.“.
Selten hat ein Künstler den Mut, so genau den Kern zu treffen. Es wäre am einfachsten gewesen, mit dem Mainstream zu schwimmen: seid nicht rassistisch, liebt Euch alle und passt mir auf die Umwelt auf. Fertig ist das 08/15-Statement.
Stattdessen auf die innere Zerrissenheit der Gesellschaft hinzuweisen und zu betonen, wie wichtig es ist, sie wieder zu vereinen; es kam zumindest bei uns gut an.

Alvaro Soler vielleicht der König der guten Laune in dieser Runde. Und das konnte er mit der durchaus gelungenen Version von „Happyness“ wieder unter Beweis stellen.

Gar nicht happy konnte man mit der Version von „One more Song“ von Milow sein. „Ich habe den Song verändert….“, kündigte er im Vorfeld an.
Nehmen wir mal eine perfekte Mahlzeit. Die besten Zutaten, die feinsten Gewürze, auf den Punkt gegart und wunderschön angerichtet. Wenn man diese Mahlzeit verzehrt, beginnt der Körper des Menschen diese Mahlzeit auch zu verändern. Und egal wie perfekt sie vorher schien, am Ende landet ein zumeist übel riechender Haufen in der Schüssel.
Der von Milow initiierte Veränderungsprozess hatte ein vergleichbares Ergebnis.

Michael Patrick Kelly, der in der Show auch noch seinen Song „Bigger Life“ sang, sprach auch über seine persönliche Lebenskrise vor fast 20 Jahren. Er hatte eine Leere gespürt, war unglücklich, ausgebrannt und hatte Selbstmordgedanken. Neben einer Therapie war es aber wohl vor allem seine Zeit im Kloster, die ihm wieder neuen Lebensmut vermittelte. Musikalisch verarbeitet er diese Zeit in dem Song „Hope“, den Johannes Oerding auf eine wunderbare Art und Weise in die deutsche Sprache brachte. Die Tränen von Kelly sollten als Bewertung seines Auftrittes ausreichen.

Jennifer Haben widmete sich dem Gebetslied „Salve Regina“ und lieferte ihren wohl besten Auftritt in der ganzen Staffel ab – in Latein!
Das Gebet der Mönche in dieser Form interpretiert, das hatte etwas sehr berührendes.

Ähnlich berührend war auch der Song „Roundabouts“, den Wincent Weiss nicht nur einfach in die deutsche Sprache übersetzte, sondern auch seine eigene Biographie hineinfließen ließ. Man hatte den Eindruck Wincent würde die Gelegenheit nutzen, um noch einmal einen letzten Gruß an eine verflossene Liebe zu senden.

Obwohl man als Zuschauer gern noch einmal die großen Kelly-Hits gehört hätte, ist es natürlich verständlich, dass „Sing meinen Song“ vor allem den Solo-Künstler promoten und keine Werbung für die laufende Tour der Kelly Family machen wollte.
Vielleicht ergibt sich diese Möglichkeit ja noch einmal, wenn die Produktion Angelo Kelly für eine Staffel gewinnen kann. Wie gut sich bei ihm Cover-Versionen anhören, davon kann man sich ja auf YouTube überzeugen, wenn man „Angelo Kelly Mix Tape“ eingibt.

Bilder: VOX

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