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Eine Feier der menschlichen Instabilität: Julian Lamadrid – „Mess“

Julian-Lamadrid-Mess_Artwork.jpgWirft man einen Blick auf Herkunft, Werdegang, Ausbildung und popkulturelle Sozialisation, so könnte einem im Falle des Newcomers Julian Lamadrid durchaus der Anfangsverdacht einer Überqualifikation in den Sinn kommen. Der immens talentierte 21-jährige Sänger, Songwriter und Musiker wurde als Sohn mexikanischer Auswanderer in Dubai geboren und lebt mittlerweile in Brooklyn, wo er ein Filmstudium an der New York University in Rekordzeit abschloss. Seine musikalischen Helden und Vorbilder teilt Lamadrid grundsätzlich in zwei Rubriken: auf der einen Seite die „Könige“ (Pink Floyd, Bowie, Yes, Iggy Pop, Lou Reed, Suicide und Joy Division), auf der anderen Seite sein „Gott“: Elvis Presley. Nachdem der junge Synth-Pop-Artist in den vergangenen Monaten auf eigene Rechnung diverse Songs und EPs bei Spotify veröffentlichte, unterschrieb er nun einen Deal beim Sony Music-Label Arista Records. Mit „Mess“ legt er die erste Single aus seinem kommenden Konzeptalbum „Mala Noche“ vor, dessen Veröffentlichung für den Herbst 2019 geplant ist. Julian produzierte und schrieb die Musik dafür nicht nur komplett im Alleingang, sondern er inszenierte auch das Video zu „Mess“ selbst.

Julian über „Mess“: „Ich finde, dass bei der Produktion eines Songs die klanglichen und visuellen Aspekte Hand in Hand gehen. In der Tat ist es ziemlich schwer, die beiden in meinem Kopf zu trennen. Als ich meinen Song „Mess“ schrieb, hatte ich sofort das Bild eines blutigen Jungen im Kopf, der betrunken durch die Straßen von New York stolperte. Die Figur im Video ist eine Erweiterung von mir. Ich stelle keinen Helden dar, sondern genau das Gegenteil.“

Zudem verfasste Julian folgendes Manifest über sein kommendes Album:

„Die Platte ist der Kulminationspunkt all des Wissens, das ich über Musik und meine eigene künstlerische Vision gewonnen habe. Es ist Future Pop, es ist New Wave, es ist Space Age und es ist melodisch. Mein Ziel war es, gleichzeitig den Melodien und der Tradition des großen Rock-Refrains der Achtziger Jahre zu huldigen und meine eigene Vorstellung davon präsentieren, in welche Richtung sich die Popmusik entwickelt. Die Platte heißt ‚Mala Noche‘, was auf Spanisch ‚schlechte Nacht‘ bedeutet. Der Grund für den Namen ist, dass jedes Lied auf der Platte dazu kreiert wurde, um es an einem schlechten Abend zu hören – in jenen Nächte, in denen man um drei Uhr morgens alleine nach Hause stolpert, nachdem es einem nicht gelungen ist, mit irgendeinem Menschen in einen halbwegs vernünftigen Kontakt zu treten oder jemand Interessantes zu treffen. Alles, was du hast, ist die leere, nasse Straße, die zu deiner Wohnung führt, und ein paar betrunkene Gedanken. Ich sehne mich nach Liebe und kann sie dennoch nicht akzeptieren. Ich versuche, Coolness vorzuspielen, aber tief im Inneren weiß ich, dass in mir komplettes Durcheinander herrscht. Aber ich freue mich darüber. Auf diesem Heimweg lächelt ein kleiner Teil von mir, denn ich weiß, dass ich an diesem Leben nur teilnehmen kann, wenn es mir gelingt, den Moment zu genießen und mich selbst richtig kennenzulernen. Das ist das Thema des Albums. Es zelebriert die Einsamkeit, es ist ein trotziger, betrunkener Ruf hinaus in den Kosmos: Das ist, was ich fühle – nimm es oder lass es bleiben!

Julians Musik bewegt sich zwischen New Wave, Bedroom Pop, Hip Hop, 80s Synth und British Rock und fühlt sich an wie die Stimme einer Generation, die versucht, durch die Grenzen ihrer Einsamkeit ein Stück Freude zu finden. Seine Vocals schwimmen in üppigen Synth-Pads, großen Melodien und Dur-Akkorden und vermitteln ein Gefühl der Verzweiflung und Frustration in dieser hektischen und anstrengenden Welt. Geschrieben und produziert von Julian, mit seinem visuellen Content auch selbstgesteuert, schafft der Reichtum seiner Perspektive einen hörbaren Weg in die Zukunft der Popmusik.

Julian-Lamadrid-Mess_Artwork.jpg

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