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RTL reagiert auf manipulierte Beiträge – Zuschauer/innen sollten wieder mitdenken

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Sechs Wochen nachdem RTL die Öffentlichkeit darüber informierte, dass ein Reporter des Regionalsenders RTL Nord nach vorläufiger Prüfung sieben Beiträge im nationalen RTL-Programm manipulierte, veröffentlichte der Sender seine Konsequenzen.

Als erster Schritt wurde die sofortige Trennung vom Mitarbeiter ausgesprochen. Direkt danach untersuchte ein 6-köpfiges Team alle Beiträge des Mitarbeiters, die immerhin 104 Reportagen, vornehmlich für das Mittagsjournal „Punkt 12“, umfassten.
Dabei kam heraus, dass der Mitarbeiter offenbar systematisch die eigene Redaktion und die Zuschauer über einen Zeitraum von 10 Jahren täuschte.
Hierbei legt man ihn zur Last, dass er beispielsweise bei Selbstversuchen betrogen habe: eigens aufgestellte Rahmenbedingungen oder Dauer der Versuche wurden nicht eingehalten.
Außerdem wurden nachgestellte Szenen nicht entsprechend gekennzeichnet, genauso ging er wohl mit Archivbilder vor.

„Wir sind erschrocken, dass trotz unserer umfangreichen Kontrollmechanismen ein Mitarbeiter über Jahre hinweg vorsätzlich täuschen und manipulieren konnte. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem Qualitätsmanagement unserer Abnahmeverfahren deutlich ausgebaut und werden zusätzlich Beiträge von unseren Reportern stichprobenartig kontrollieren.“
Michael Wulf, Chefredakteur RTL

Konkret gehört zu den bereits eingeleiteten Maßnahmen eine fortlaufende Überprüfung und ggf. Optimierung der Bestell- und Abnahmeprozesse durch das Qualitätsmanagement von infoNetwork. Ein Team von wechselnden Mitarbeitern wird künftig zusätzlich zu den Sendungsverantwortlichen  regelmäßig und stichprobenartig Beiträge überprüfen und dazu auch das Rohmaterial sichten.
In einem neu eingerichteten Postfach können Mitarbeiter auch anonym Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten geben, Zweifel anmelden und Verdachtsmomente benennen.
Die Chefredaktion und das Qualitätsmanagement werden noch mehr Podiumsdiskussionen zu Fragen der Qualitätsoptimierung der journalistischen Arbeit und interner Arbeitsprozesse abhalten.

So gut diese Nachrichten auch sind, die RTL bereits am 24. Juli 2019 zu diesem Thema veröffentlichte: am Ende des Tages müssen auch die TV-Zuschauer/innen wieder lernen, selbstständig mitzudenken und nicht nur geistesabwesend zu konsumieren.
Der Begriff „Lügenpresse“ mag von rechtsextremistischen Verschwörungstheoretikern missbraucht werden, erhält aber regelmäßig durch fragwürdige Entscheidungen neuen Nährboden.
Dies betrifft beispielsweise die oft sehr einseitige Berichterstattung zu politischen Themen, das Verschweigen Themen die angeblich nur regionale Relevanz hätten oder eben auch die Manipulation von angeblichen Selbstversuchen oder Reportagen.

Bild: Logo RTL

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