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„On the Rocks“: Früher war sowas „Datenmüll“

Ein Film kann lustig, spannend, gruselend, romantisch, einfach nur unterhaltsam oder informativ sein, wenn er eine tiefere Botschaft vermittelt.
„On the Rocks“ ist nichts davon. Gar nichts.

Wenn irgendeine Emmy auf Instagram zum 1000. Mal ihren Hintern in einer Leggins fotografiert, ist das mittlerweile „Content“. Als digitaler Speicher noch kostbarer war, nannte man es Datenmüll.
Und die gleiche Entwicklung nimmt auch die Unterhaltungsindustrie. Es ist nicht etwa so, als wären alle Filme aus der Vergangenheit super gewesen, absolut nicht. Aber die Branche muss ihre unzähligen TV-Sender und Streamingportale mit so viel Material füllen, wie noch nie zu vor. Die Folge: so wie irgendeine Emmy einfallslos ihren Hintern in Leggins fotografiert, so werden mittlerweile auch viel zu viele überflüssige Filme (…und auch Serien) gedreht.

Zurück zu „On the Rocks“; obwohl ich ja eigentlich nie so richtig davon weg war: der Film ist überflüssig sein Großvater.

Zur Story
Laura ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Ehemann, der mit seinem jungen Unternehmen durchstartet. Im ganzen Film wird man nicht wirklich schlau daraus, was das sein soll: mal feiert er 500.000 Follower mit einer großen Büro-Party, mal jettet er um die Welt, um große Deals einzufädeln.
Sei es drum, interessiert in der Story auch gar nicht so richtig.
Es dreht sich eher um Laura, die offenbar als Mutter voll ausgelastet ist, obwohl sie eigentlich aus wohlhabenden Hause kommt und als Autorin eine Schreibblockade hat.
Kleinste Anzeichen reichen aus, damit sie am Ehemann zweifelt und vermutet, er hätte vielleicht eine Affäre.
Prompt taucht ihr Casanova-Vater auf, der mittlerweile weißhaarige Bill Murray, der ihre Ängste weiter füttert und sogar Fremde gegen den Schwiegersohn ermitteln lässt.
Zum Schluss reisen sie dem Ehemann nach, wollen ihn auf frischer Tat ertappen und stellen fest, dass der schon frühzeitig wieder zur Familie gereist ist und die angebliche Nebenbuhlerin lesbisch ist.

Zwischendurch versucht Laura herauszufinden, warum ihr Vater – oder etwa alle Männer? – die Finger nicht von anderen Frauen lassen kann – oder können. Das Thema wird allerdings so oberflächlich behandelt, u.a. deswegen, weil der Vater es immer wieder abblockt, dass man weit davon entfernt ist, eine tiefere Botschaft zu vermuten.

Fazit: 96 Minuten pure Zeitverschwendung. Als würde man sich Emmys Leggins-Hintern-Feed auf Instagram komplett anschauen und auch noch die Kalendersprüche unter den Postings samt Kommentare lesen.

Allgemeine Infos:
„On the Rocks“
USA 2020
Drehbuch und Regie: Sofia Coppola
Darstellende: Bill Murray, Rashida Jones, Damon Wayans, Jenny Slate
Länge: 96 Minuten
Start: 2. Oktober 2020/ab 23. Oktober bei AppleTV+

Über Vincents Videothek
Vincent von Erich, mit bürgerlichen Namen Erich von Vincent, heißt eigentlich ganz anders und ist irgendwas mit
Mitte-Ende-Zwanzig x². Wenn er sich in seiner privaten Videothek bedient, die VHS-Bänder glühen lässt, dann bleibt während des zurückspulens gerade noch die Zeit, um für uns in die Tasten zu hauen.
Dabei wird es je nach Stimmungslage sarkastisch, launisch oder lästerhaft, gelegentlich auch ernst, aber vor allem völlig subjektiv. Wie man sich beim Titel „Vincents Videothek“ denken kann, werden in ausgewogener Regelmäßigkeit Werke aus jedem Zeitalter der Bewegtbilder zum Thema gemacht.

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