Ein Kommentar

Schauspieler*innen-Protest #AllesDichtMachen: Lange geplant und trotzdem nichts gemerkt!?

Mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler, die einen mehr, die anderen weniger bekannt, kritisierten gestern unter dem Motto „Alles dicht machen“ die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.
Hierfür wählten sie hochwertig produzierte Videos, stimmten die Veröffentlichung genau aufeinander ab und bekamen für ihre zynischen und ironischen Werke – völlig zu Recht – einen gepflegten Shitstorm.

Jan Josef Liefers, Ulrike Folkerts, Cem-Ali Gültekin, Ulrich Tukur, Richy Müller, Heike Makatsch und viele mehr, die sich gemeinsam für die Münchener Werbefirma Wunder am Werk GmbH vor die Kameras begaben, bezogen sogar von Kollegen und Kolleginnen verbale Schelte. Und mittlerweile trudeln nach und nach auch Entschuldigungen ein und Videos werden wieder gelöscht.

Zitieren möchten wir hier die wohl direkteste Ansage eines Kollegen, von Tobias Schlegl, der nicht nur Moderator, sondern auch Notfallsanitäter ist: „Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben.“

Gefeiert wurden die Videos eigentlich nur von Querdenkern, Corona-Leugnern und Rechten.

Was ist bei diesen Prominenten eigentlich falsch gelaufen? Besonders bei der Tatort-Crew oder anderen Künstlern, die beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen ihre ständigen Einnahmen haben, läuft es doch trotzdem gut?
Uns erreichen täglich Pressemitteilungen über Drehstarts von Film- und Serien-Projekte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Gefühlt ist es vielleicht eher der Applaus, den diese Künstler*innen vermissen. Das Rampenlicht abseits der Dreharbeiten, die roten Teppiche, Feierlichkeiten zu denen sie eingeladen werden, öffentliche Ehrungen, die sie erhalten.

So eine Aktion ist nicht von heute auf morgen geplant, organisiert und in die Tat umgesetzt. Das wirklich niemand während des langen Prozesses auf die Idee kam, dass man so wahrscheinlich nur Applaus von den falschen Leuten bekommt, ist schwer nachvollziehbar. Entweder war der Durst nach Aufmerksamkeit so groß, dass es ausgeblendet wurde, oder Jahrzehnte als Person des öffentlichen Lebens haben negative Auswirkungen auf die Denkfähigkeit.

Ein Kommentar zu “Schauspieler*innen-Protest #AllesDichtMachen: Lange geplant und trotzdem nichts gemerkt!?

  1. […] dass die „kritischen Schauspieler*innen“, die sich mittlerweile selbst alle für eine inszenierte Kampagne entschuldigen, möglicherweise ihre Engagements verlieren könnten. Man zeichnet das Bild einer […]

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